Zeugnisausgabe in Calberlah vor Supermarkt, Kita und Feuerwehr

Zeugnisausgabe in Calberlah vor Supermarkt, Kita und Feuerwehr

Um Kontakte unter Schülern zur Zeugnisausgabe am Freitag zu verhindern, werden die Pädagogen aus dem Kreis Gifhorn erfinderisch.

Digitalisierung hin oder her, bei der Zeugnisausgabe am kommenden Freitag kommen die Schulen um das klassische Papier nicht herum. Doch wie überreicht man die Dokumente, wenn sich die Schüler möglichst nicht begegnen sollen? Die Schulen im Kreis Gifhorn sind sehr erfinderisch.

„Wir haben viele Buskinder“, sagt Sabine Fasterling, die stellvertretende Leiterin der Realschule Calberlah, und zwar auch aus weit entfernten Orten. Um viele Kontakte auf der Fahrt und in der Schule zu vermeiden, haben sich die Calberlaher überlegt: „Wir kommen zu den Schülern, wir fahren in die Dörfer.“ Dort habe man zentrale Punkte und Zeitfenster für Drive-Inns vereinbart: Im Kita-Wendehammer in Ribbesbüttel, auf dem Feuerwehrparkplatz in Vollbüttel, auf dem Parkplatz vor La Cafeteria in Gifhorn, vor der Grundschule Wasbüttel, vor der Bürgerhalle in Rötgesbüttel und auf dem Lidl-Parkplatz in Isenbüttel. Fasterling: „In den Orten, wo nur wenige Schüler wohnen, bringen wir die Zeugnisse bis zum Briefkasten.“ Lediglich die Sassenburg erhalten ihre Papiere per Post.

Dezentrale Verteilung bringt immensen Mehraufwand mit sich

Das Feedback der Schüler und Eltern auf diese Idee sei durchweg positiv, sagt die Konrektorin. Denn eins sei von vornherein klar gewesen: „300 Schüler auf einen Schlag in der Schule, das geht einfach nicht.“ Die Vorbereitungen seien allerdings immens: Im Lehrerzimmer stehen die Kisten für die einzelnen Zielorte, alle Zeugnisse müssen in beschriftete Umschläge gepackt werden.


Das Humboldt-Gymnasium geht ganz anders mit der Aufgabe um – und vertraut auf die gute alte Post. „Ich möchte es unbedingt vermeiden, dass ihr in die Schule kommt, um eure Zeugnisse persönlich abzuholen“, schreibt Schulleiterin Brigitte Gorke den Jugendlichen in einem Brief. „Aus diesem Grund werdet ihr die Zeugnisse in dieser besonderen Situation zusammen mit dem Humboldt-Brief postalisch zugeschickt bekommen.“ Ausgenommen ist nur der präsente 13. Jahrgang.

Auch die Post bringt Zeugnisse, aber später

Das sei zwar eine zulässige, aber absolute Ausnahme, da Zeugnisse in der Regel nicht verschickt würden. Gorke verschweigt aber auch nicht die Nachteile: „Der Versand der Zeugnisse kann etwas dauern.“ Die Schüler sollen sich melden, wenn die Umschläge nach einer Woche noch nicht angekommen sind.

Auch Stephan Lindhorst, der Leiter der Oberschule in Groß Schwülper, möchte vermeiden, dass sich am Freitag Menschentrauben bilden. Dort richtet sich das Kollegium auf zwei lange Ausgabetage vor, um das Kommen und Gehen durch eine Einbahn-Ausgabe-Straße zu entzerren: Am Donnerstag können sich die 8. bis 10. Klassen die Zeugnisse im Halbstundentakt von 10 bis 17 Uhr abholen, am Freitag die 5. bis 7. Klassen von 10 bis 15.30 Uhr.

Schüler können auch warten bis zum nächsten Präsenzunterricht

„Das ist kein Muss, sondern ein Angebot“, betont Lindhorst, „die Schüler können sich die Zeugnisse auch später abholen, wenn es wieder Präsenzunterricht gibt.“ Wichtig sei es nur für die Abschlussklassen, die ihre Zeugnisse für Bewerbungen brauchen. Sowieso: Eine Person pro Familie reiche vollkommen aus, es müsse nicht jeder Schüler persönlich erscheinen.

Die weitere Kommunikation der Schulen auch mit den Eltern läuft zunehmend digital: So hat zum Beispiel Oberstufenkoordinator des Otto-Hahn-Gymnasiums, Klaus Sibum, den Eltern die Leistungskurswahl per Videokonferenz erklärt. Die Oberschüler in Schwülper haben statt des Tages der offenen Tür einen Promotionfilm gedreht und auf die Homepage gestellt. Die Realschüler in Calberlah laden zu einem virtuellen Mitmachtag am 18. Februar ein.

Aus Gifhorner Rundschau vom 27.01.2021


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