Calberlaher Realschüler steuern bald Industrieroboter

Calberlaher Realschüler steuern bald Industrieroboter

Die Schule bekommt vom Land Niedersachsen und von der Samtgemeinde knapp 60.000 Euro Fördergeld für die Beschaffung.

Die Realschule Calberlah baut seine Kompetenz als technisches und elektronisches Bildungszentrum aus: Als eine von 30 Schulen in ganz Niedersachsen bekommt sie nun Fördermittel von knapp 60.000 Euro, um neben 3D-Druckern und Scannern auch zwei Industrie-Roboterarme anzuschaffen.

„Die Gelder sind bewilligt“, freut sich Schulleiter Thomas Seeliger, „jetzt geht es an die Beschaffung der Geräte.“ Die könnten schon Ende März in den Unterrichtsräumen stehen. Konkret geht es um zwei Projektbereiche, in denen sich die Realschule im vergangenen Herbst im Rahmen des N21-Masterplans „Digitalisierung des Landes Niedersachsen“ beworben haben: 3D-Druck und Robotik. 90 Prozent des Geldes stellt das Land, 10 Prozent kommen von der Samtgemeinde. Seeliger freut sich, dass die Kommune den Antrag mit unterstützt hat, den die Konrektorin Sabine Fasterling und Techniklehrer Steffen Jauch erarbeitet haben.

Schule kauft weitere 3D-Drucker und -Scanner

Von den 9000 Euro für den ersten Bereich sollen drei zusätzliche 3D-Drucker sowie ein 3D-Scanner angeschafft werden, sagt Jauch. „Damit wollen wir unsere Kapazitäten ausbauen und den Druck mit realem Design verbinden.“

Das sensationelle Projekt sei aber das zweite: 50.000 Euro gibt es für zwei kollaborative Roboterarme, wie sie auch in Industrieunternehmen zum Einsatz kommen – in diesem Fall zwei Modelle des Münchner Unternehmens Franka, dazu noch ein paar Desktop-Roboter zur Einführung. Lediglich 50 allgemeinbildende Schulen in ganz Niedersachsen sollen damit ausgerüstet werden – Calberlah gehört zur ersten Runde mit 30 Schulen. „Die Roboter sind so sensitiv, dass man damit ein Smartphone bedienen kann“, sagt Jauch.

Roboterarme können wiegen, sortieren und montieren

Aber die Anwendungsmöglichkeiten können auch viel produktiver sein: Die Geräte werden in der Industrie vor allem für die Montage verwendet. „Wir können hier eine ganze Fertigungsstraße simulieren.“ Zu Übungszwecken in der Schule hat Jauch aber zum Beispiel auch kreative Kunst wie Lightpainting vor Augen. „Die Roboterarme könnten auch die Ernte aus dem Schulgarten nach Gewicht sortieren.“

Vor allem seien sie aber im wahrsten Sinn des Wortes kinderleicht zu bedienen und anzulernen – „sie sind leichter zu programmieren als ein Lego-Roboter, dafür muss man nicht einmal lesen können“. Der Techniklehrer durfte im vergangenen Sommer schon eine Fortbildung dazu besuchen. Seine Schüler können dann künftig im Unterrichtsraum Zertifikate erwerben, mit denen sie später im Beruf sofort an den Robotern arbeiten können. Das will die Schule übrigens auch Auszubildenden aus der Samtgemeinde anbieten.

Für Donnerstag, 18. Februar, 15 Uhr, lädt die Realschule Calberlah zu einem Tag der offenen Tür ein – wegen Corona rein digital, aber dafür spektakulär: Es gibt zwei parallele Live-Streams mit virtuellem Rundgang durch das Gebäude, Vorführungen und interaktiven Beratungen -- Weltraumparty, Koch-Show und Vorstellung des Schulhunds Riley inklusive. Weitere Infos im Internet unter https://rs-calberlah.de/de/aktuell/schnuppertag-2021-1

aus Gifhorner Rundschau vom 16.02.2021


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